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Zootiere brauchen unsere Stimme, so kann man sich für sie einsetze

Jeder der sich für Tiere und Tierfotografie interessiert, der wird zwangsläufig auch mit schlechten und mangelhaften Bedingungen bei der Tierhaltung konfrontiert. Viel zu kleine Gehege, keine artgerechte Haltung, kein Außengehege, schlechter Gesundheitszustand, vernachlässigte Tiere und mehr. Auch in deutschen Zoos, Wildgehegen und im Zirkus gibt das. Und inzwischen auch immer mehr in privaten Haushalten. Es ist schick ein exotisch Haustier zu halten, auch wenn man es nicht kann. Nehmt es nicht als gegeben hin. Die Tiere können sich nicht wehren, aber wir.

1. Konsequenz - geht nicht mehr hin
Das Zoos, Wildgehege, Zirkuse sind alles kommerzielle Unternehmen, die auch auf unsere Eintrittsgelder angewiesen sind. Wer bezahlt befindet die Zustände für gut und es wird sich nichts ändern. Erst wenn die Zuschauer ausbleiben wird sich da was tun.

2. Konsequenz - erzählt es allen weiter, wie schlecht es den Tieren da geht
Keiner mag leidende Tiere sehen, geschweige denn die auch noch seinen Kindern zeigen. Ist man erst vor Ort, dann ist es schon passiert. Im Internet finden sich aber viele Möglichkeiten anderen davon zu berichten und schlechte Bewertungen abzugeben. So kann man den Anblick auch anderen Tierfreunden ersparen und es kommen noch weniger Leute da vorbei.

3. Konsequenz - Aktionen starten oder sich daran Beteiligen
Es gibt viele regionale und überregionale Tierschutz-Organisationen an die man sich wenden kann. Hier kann man auf die Zustände aufmerksam machen. Vielleicht sind die da sogar schon bekannt, dann kann man sich an deren Aktionen beteiligen. Oder man initiiert selbst eine Aktion. Aber nicht gleich zur Drahtschere greifen - die meisten Zootiere würden hier nicht überleben können.

4. Konsequenz - die Behörden informieren
Tiere haben Rechte und Halter ihre Pflichten. Das gilt auch für private Halter und Haustiere. Und wenn die Tiere offensichtlich leiden und einem die Zustände untragbar vorkommen, dann verstößt das meist auch gegen geltendes Tierrecht. Eine Anzeigen ist da die einzig richtige Konsequenz.

5. Konsequenz - aktiv Aufklären
Nicht jeder weiß so viel über Tiere wie ihr. Klärt sie auf. Nutzt eure Fotos um den Leuten die Tiere und ihre Welt näher zu bringen. Erzählt ihnen, dass Eisbären in einem kleinen Pool nicht glücklich leben werden, fette Hunde mit degenerierten Nasen darunter leiden, Delfine in Zoo eben nicht aus Lebensfreude ihre Saltos machen oder Kinder heilen können, Nashörner und Tiger noch nie für eine Potenzsteigerung sorgen konnten, Nerze in den Wald und nicht um den Hals gehören und dass es auch alles andere als sehenswert ist, wenn Menschenaffen traurig und gelangweilt in die Kamera gucken.

Es gibt viele Möglichkeiten etwas zu tun. Aktuell kann man zum Beispiel aktiv gegen die Situation der beiden Schimpansen im Wuppertaler Zoo protestieren. Auf der Webseite von Peta läuft gibt es die Möglichkeit sich an die Verantwortlichen zu wenden.

Das Elend der Wuppertaler Schimpansen beenden!

Leipziger Zoo - Schielende Beutelratte Heidi ist tot - sueddeutsche.de

Oh je, schlechte Nachrichten. Da werden viele Kinder sehr traurig sein. Leider ist es Heidi gesundheitlich so schlecht gegangen, dass man beschlossen hat ihr weitere Scherzen zu ersparen. Wie traurig. Leipziger Zoo - Schielende Beutelratte Heidi ist tot - Panorama - sueddeutsche.de

Berühmte und beliebte Zootiere - berüchtigte Wildtiere

Dank der guten Fürsorge werden Zootiere meist deutlich älter als ihre wildlebenden Verwandten. Und selbst Tiere mit gesundheitlichen Handicaps haben im Zoo die besten Überlebenschancen. Manche werden sogar gerade deshalb zum Publikumslieblingen. Heidi, das schielende Opossum aus dem Leipziger Zoo ist so ein aktueller Fall. Heidi hat eigene Internetseite, einen Facebookaccount und dort sogar mehr Fans als Angela Merkel. Naja, wenn wundert das, Heidi sieht ja auch mal echt niedlicher aus ;-)



2010 war es der Krake Paul aus dem Zoo Oberhausen. Der konnte jedes Fußballergebnis der WM richtig vorhersagen und hat es so zu weltweiten Berühmtheit gebracht.



Und 2007, da war es Knut der Eisbär aus dem Berliner Zoo, der die Massen begeisterte.



Ich kann die Begeisterung der Leute und vor allem auch der Kinder sehr gut verstehen. Aber so niedlich diese Tiere sind, allen gemeinsam ist, dass sie leider nur als Zootiere derartige begeisterte Fans haben. Wildlebende Beutelratten werden wohl eher selten so begeistert gefeiert, wenn sie sich in die Nähe von Menschen wagen. Auch Kraken werden von den meisten Leuten als schleimige Monster angesehen, wenn man sie beim Schnorcheln entdeckt. Es gibt ja auch genug Horrorfilme in denen Kraken als Monster dargestellt werden. Und wild lebende Bären - die sind sogar wirklich eine echte, ernsthafte Bedrohung sobald sie sich in die Nähe einer menschlichen Siedlung wagen.

Also, vielleicht stimmt ja etwas nicht an der Art wie die Tiere in den Zoo dargestellt werden. Oder sind diese Tiere nur so lange nett und sympathisch so lange sie hinter Gitter gehalten werden? Oder können die berühmten Verwandten vielleicht doch dabei helfen auch das Image der Wildtiere zu verbessern? Man kann das nur hoffen.

Kritische NDR-Doku über die teils untragbaren Zustände auch in deutschen Zoos

Passend zum Thema hab ich noch diese NDR Dokumentation über die aktuelle Situation in den Zoos gefunden. Und die ist nicht immer vorbildlich, auch in den deutschen Zoos. Gerade am Schicksal des allseits beliebten und berühmten aber vorzeitig verstorbenen Eisbären Knut im Berliner Zoo macht deutlich, dass es für die Tiere leider oft genug nicht gut ausgeht, wenn es ums Geschäft geht. Die tatsächliche Todesursache scheint zwar nach wie vor noch ungeklärt zu sein, aber klar ist schon, dass eine artgerechte Haltung insbesondere von großen Tieren wie Eisbären, Elefanten, Raubkatzen und mehr in den Zoos eigentlich nicht möglich ist. Und dennoch will oder kann kaum ein Zoo auf die Publikumslieblinge verzichten. Die NDR Doku beleuchtet und hinterfragt die aktuelle Situation in den Zoos äußerst kritisch und das zu recht.   
45 Min - Zoogeschichten | NDR.de - Fernsehen - Sendungen A - Z - 45 Min - Videos

Sehr aufschlussreich fand ich auch die Nachfrage bei einige Zoos, in wie weit man sich denn nun konkret für den Schutz bzw. Erhalt der Wildtierbestände einsetzt. Und das Ergebnis ist doch mehr als enttäuschend. Die meisten Zoos sehen ihre Aufgabe wohl doch in erster Linie darin, dem Publikum möglichst viele Tierarten zu präsentieren. Ethik und Tierschutz bleiben da auch schon mal außen vor. Aber am Besten man schaut sich die Doku an und bildet sich dann eine eigene Meinung ob man so etaws mit seinem Eintrittsgelder fördern will oder nicht. Es gibt ja auch schon ein Umdenken. Positive Beispiele wie der Kölner Zoo mit dem neuen Elefantenpark zeigen, dass es auch anders oder zumindest besser geht.

Fotografien von Tieren aus dem Zoo oder kommerziellen Farmen werden normalerweise mit einem (C) gekennzeichnet

Wenn man seine Tierfotografien beispielsweise auf Wildlifeforen präsentiert, dann ist es allgemein üblich die Fotos von Zootieren und Pflanzen oder Tieren, die man auf kommerziellen Farmen fotografiert hat mit einem (c) für "captive shots" oder "controlled conditions" zu kennzeichnen.

Natürlich sagt das nichts über die Leistung der Fotografen oder die Qualitäten der Fotografien aus. Ganz im Gegenteil. Im vergangenen Jahr wurde eine Fotografin ja gerade mit einer Arbeit über Zootiere zur Siegerin in einem großen, internationalen Fotowettbewerb gekürt. Es ist aber einfach nur fair den anderen Fotografen gegen über, darauf hinzuweisen. Schließlich sind die Ausgangssituationen unter denen die Fotos gemacht wurden schon sehr unterschiedlich, wenn auch nicht immer leichter.

Ob sich da wohl auch jeder daran hält? Wohl eher nicht. Man hat oftmals das Gefühl, dass dieses (c) als Makel empfunden wird. Ist halt kein frei lebendes Wildtier, das man da fotografiert hat. Aber das macht es noch lange nicht zum schlechteren Foto. Es kommt halt immer noch darauf an, was man daraus macht. Übel wird es erst, wenn man versucht die tatsächlichen Bedingungen bewusst zu verleugnen.

Vor allem da bei vielen Fotowettbewerben die "captive shots" und "controlled conditions" ausdrücklich nicht zugelassen sind, das ist man natürlich schnell verleitet das nicht anzugeben. Die Unterschiede sind schließlich nur schwer oder oft gar nicht zu entdecken. Dazu kommt auch noch, dass es oft gar nicht so einfach ist die Grenzen zu finden. Wo fangen die "controlled conditions" an und was ist noch Wildlife?

Wie sieht das aus, wenn Wildtieren teils über Jahre hinweg angefüttert und so an den Menschen gewöhnt oder gar trainiert werden - sind das bereits "controlled conditions"? Und viele Naturreservate sind schließlich auch eingezäunt - zu einen natürlich um die Tiere vor Wilddieben zu schützen und zum anderen um Eintrittsgelder kassieren zu können. Aber das kann man auch anders sehen. Also wo man da dann die Grenzen zieht, das muss dann jeder für sich selbst entscheiden. Das ist wie die Frage, was noch unter "normaler Bildbearbeitung" fällt und ab wann es ein "digitale Fotokunst" ist - da sind die Übergänge auch fließend und die richtige Einordnung zu finden ist dann schwer.

Gute und schlechte Zoos / Wildparks aus dem Blickwinkel eines Fotografen

Wenn Tiere in Gefangenschaft gehalten werden, dann liegt es in der Verantwortung der Betreiber, dass es den Tieren möglichst gut geht. Aber auch als Besucher hat man einen großen Einfluss darauf. Wenn man die Zustände nicht gut findet, dann geht man nicht mehr hin - Abstimmung mit den Füßen. Und man kann sich auch über die schlechten Zustände beschweren. Am Besten online, dann erreicht man die größtmögliche Wirkung.

Zoos und Wildparks sind in der Regel kommerzielle Unternehmen und auf möglichst viele Besucher angewiesen. Aber wenn die ausbleiben oder lieber wo anders hingehen, erst dann wird sich da auch was ändern. Und die Tiere werden es euch danken. Und wenn man es irgendwo besonders gut findet, dann sollte man natürlich auch entsprechend begeisterte Erfahrungsberichte schreiben und die guten Zoos und Wildparks werden es euch danken.

Bevor es ums Fotografieren geht sollte man zuerst mal an das Wohl der Tiere denken - und gute Bedingungen für die Tiere sind
  • wenn sie nicht misshandelt, geschlagen, bestraft oder gequält werden (Tanzbärenvorführungen und ähnliche Grausamkeiten sind nicht lustig sondern brutalste Tierquälerei)
  • wenn sie artgerecht ernährt und medizinisch gut versorgt werden
  • wenn sie möglichst große, artgerechte Gehege haben (ein 20 qm Käfig mit Betonboden für Löwen - so was ist auf jeden Fall nicht artgerecht)
  • wenn die Gehege gepflegt und sauber sind
  • wenn sie genug Rückzugsmöglichkeiten haben, wo sie auch von den Besuchern nicht gesehen werden können
  • wenn sie genug Abwechslung und Beschäftigung haben (die Tiershows sind nicht damit gemeint)
  • wenn sie in ihrer natürlichen Gemeinschaft leben können (nicht alle Tiere sind von Natur aus Einzelgänger, die meisten leben eigentlich als Paare, im Rudel oder in Herden)

Natürlich muss das jeder für sich entscheiden, was man für gut oder schlecht hält. Hierzulande gibt es  Tierschutzgesetze an die sich die Zoos und Tierparks natürlich halten - aber das sorgt nicht automatisch dafür, dass alle Zootiere auch ein gutes und erfülltes Leben haben. Man hat also schon noch eine eigene Verantwortung und muss entscheiden, welchen Zoo man mit seinem Eintrittsgeldern unterstützt.

Gute Bedingungen fürs Fotografieren sind es
  • wenn man Fotografieren und die Fotos dann auch publizieren darf (nicht jeder Zoo/Wildpark erlaubt das)
  • wenn man auf Augenhöhe mit den Tieren kommt (der Blickwinkel von oben auf die Tiere herab ist als "Zooblick" leicht zu erkennen und verpöhnt)
  • wenn es in den Gehegen eine möglichst authentische, natürliche Umgebung gibt (im Dschungel gibt es keine Schaukeln, in der Steppe kein Beton und im Meer gibt es auch keine Wandfliesen)
  • wenn kein Zaun oder Gitterstäbe im Hintergrund zu sehen sind (die nimmt man auch als unnatürliche Struktur / Muster in der Unschärfe war)
  • wenn die Tiere nicht markiert sind (größere Vögeln sind fast alle markiert, alles was als Nutztier gilt muss markiert sein, etc.)
  • wenn man nicht an die regulären Öffnungszeiten gebunden ist (in Wildparks darf man oft auch länger bleiben)
  • wenn es ein Abo- oder Jahresticket gibt (so geht es nicht zu sehr ins Geld, auch wenn man 10-20ig mal vorbei schaut)
Die besten Infos und Tipps wo man gut fotografieren kann, hab ich bislang immer von anderen Fotografen bekommen. Und einige Betreiber bieten sogar besondere Specials extra für Fotografen an, das sind ja gute und treue Besucher, die auch zu unattraktiven Zeiten und das ganze Jahr über vorbeikommen.

Meine persönlich Meinung
Nichts ist vergleichbar mit einer Tierbegegnung in der freien Wildbahn. Wer das mal selbst erlebt hat, der wird das bestätigen können. Aber leider gibt es bei uns nicht mehr so viele Stellen, wo man das erleben kann. Man muss meist weit reisen um so etwas erleben zu können. Und der nächste Zoo bzw. Wildpark ist da deutlich einfacher zu erreichen. Glücklicher Weise hat es auch bei den meisten Betreibern ein Umdenken gegeben und so sehen die heutigen, modernen Zoos auch schon sehr viel besser aus, als noch vor Jahren.

Wenn, dann gehe ich aber lieber in Wildparks mit heimischen Tierarten. Da stimmt die Umgebung und es muss ja nicht immer gleich ein Elefant,  Eisbären oder eine exotische Raubkatze sein. Auch Kegelrobben, Luchse, Wildscheine, Rotwild und unsere heimische Vogelarten sind aufregende, faszinierende Fotomotive und eine Herausforderung für jeden Tierfotografen.

5 Wochen hat dieser Mann in einem Löwenkäfig verbracht ...

Manche Leute haben wirklich mal eigenartige Vorstellung von Tierliebe. Da läßt sich ein Typ für 5 Wochen zusammen mit Löwen in einem Käfig einsperren - um Geld für den Zoo zu sammeln, einen Weltrekord (???) aufzustellen und um sich absurder Weise "für eine bessere Behandlung wildlebender Tiere" einzusetzen. Und das in seinem eigenen Privatzoo ...
Also hallo, welchen Teil davon hat die Spiegel Redaktion nicht verstanden? Noch dazu werden diese Löwen wie in dem Video zu sehen ist in einem winzig kleinen Käfig gehalten. Hier sollte doch wohl eher der Tierschutz eingreifen, als dass man auch noch löbliche Worte für die blödsinnige Weltrekordaktion findet. Solche beengten Zustände sind unerträglich und haben nichts mit Tierliebe zu tun. Das sollte doch auch der Spiegelredaktion auffallen...

Erschütternde Dokumentation über den weltweiten Handel mit den afrikanischen Wildhunden

Der afrikanische Wildhund ist eines der gefährdetsten Raubtiere auf der Welt - und der globale Ausverkauf der wenigen noch verbliebenen Wildbestände der afrikanische Wildhunde an die Zoos weltweit geht weiter.

Link zur Reportage auf YouTube

Africa - The Painted Dog



Organisationen zum Schutz der gefährdeten Tiere:
Painted Dog Conservation
Predator Conservation Trust
African Wild Dog Conservancy

Bücher - Fachliteratur
African Wild Dog: Behavior, Ecology, & Conservation: Behavior, Ecology, and Conservation (Monographs in Behavior and Ecology)

Datenbanken für Zoos, Wildparks und Zootiere

Die Meisten haben wahrscheinlich eher seltener das Glück und können Tiere in der freien Wildbahn fotografieren. Und Wildlife Reisen sind meist aufwendig und teuer. Da kann man sich mit Zoobesuchen behelfen. Mir persönlich gefallen ja die Wildparks mit natürlich belassenem Umfelde am Besten. Und auch zum Fotografieren sind diese meist besser geeignet. Aber die Zoos legen heutzutage auch sehr großen Wert auf einen barrierenfreien Blick auf die Tiere, was den Fotografen ja auch sehr entgegenkommt.

Eine schönen Überblick mit fast allen deutsche Zoos, Tier- und Wildparks kann man sich auf den folgenden Webseiten verschaffen:

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