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Mein Sonnenuntergang im Fernsehen - zu sehen am 7. März um 20.01 Uhr bei Einsfestival

Hab gerade die Bestätigung gekriegt, dass der Redaktion mein Sonnenuntergangs-Foto gefällt und es am 7. März um 20.01 Uhr bei Einsfestival im Fernsehen gezeigt wird :-D
Yippy, find ich klasse.

Purpurner Sonnenuntergang in der Antarktis
Am Horizont sieht man Hannah Point auf Livingston Island. Das Foto hab ich auf der Segeltour in die Antarktis mit der Bark Europa gemacht.
The point is located at 62°39′16″S 60°36′48″W



Wollt ihr auch. Ihr könnt auch eure Foto im Fernsehen zeigen. Das Beste ist nämlich, dass jeder sein schönstes Sonnenuntergangsfoto beim Einsfestival einreichen kann. Ganz einfach. Geht alles online - Anmeldeformular ausfüllen, Foto hochladen und wenn es der Redaktion gefällt kriegt man 1-2 Tage später eine Mail mit dem Sendezeitpunkt. EINSWEITER Sonnenuntergänge | Einsfestival

Piguine sind echt extrem harte Burschen - ganz anders als man sie aus dem Zoo kennt


Ich habe Pinguine immer völlig unterschätzt, bis ich sie in der freien Wildbahn erlebt habe. Im Zoo sind Pinguine ja sehr beliebt - das sind es diese kleinen, immer sauberen Frackträger, lustig anzusehen und irgendwie hilfsbedürftig. Vögel die nicht fliegen können, die pummelige Figur und dann noch der Watschelgang. So viele Handicaps, das weckt den Beschützerinstinkt und man möchte ihnen spontan hilfreich zur Seite stehen. Dass denen blos keine was tut…

Aber Pinguine in der freien Natur - das eine ganz andere Sache. Da sind es die richtig harte Burschen. Echte Helden. Die, die keine Herausforderung scheuen und selbst unter den härtesten Bedingungen ihren Nachwuchs aufziehen. Da ist keine Spur von niedlicher Unbeholfenheit. Man ist echt erstaunt wenn man Pinguine steile Felsklippen bis zum Berggipfel hinauf- und wieder herunter-klettern sieht - und das mehrmals am Tag. Warum tun die sich bloß so was an? Warum bauen die ihre Nester nicht gleich am Ufer?

Weil sie keine Zeit zu verschenken haben. Sie brauchen eine eisfreie Fläche um darauf brüten zu können. Und die Gipfel sind am ehesten eisfrei. Außerdem haben sie es sehr eilig. Es bleibt nicht viel Zeit um den Nachwuchs aufzuziehen. Und die Küken müssen ihr flaumiges Federkleid abgelegt haben bevor das Meer wieder zugefroren ist. Vorher können sie nicht schwimmen und müssten am Ufer verhungern.

Und in Wasser - da sind Pinguine die wahren Meister. Pinguine sind unglaublich schnelle und elegante Schwimmer. Besonders beeindruckend sind die extrem schnellen Richtungswechseln. Entsprechend schwierig ist es eine schwimmenden Pinguin mit einer Kamera zu verfolgen. Und erwischt man mal einen beim Sprung, dann sieht man wie sich die Tiere dabei komplett aus dem Wasser katapultieren. Pinguine sind also wirklich alles andere als unbeholfen und niedlich. Der Strömungswiederstand eines Pinguins ist übrigens 10x geringer als der eines modernen Sportwagens - soviel zur Figur. 


Und anfassen - neh, das will man bestimmt auch nicht. Vor allem die Jungtiere sind in der Regel von oben bis unten mit Kot beschmiert. Die größeren Pinguinkolonien kann man schon auf große Entfernung riechen - den Tieren macht das nichts, aber für empfindliche Kreuzfahrernase ist das schon eine Herausforderung - man geht und steht in einem Mix aus Kot, Urin, Dreck und Schneematsch. Den sauberen Frackträger gibt es nur wenn die Pinguine gerade im Meer sind - von oben dunkel, von unten hell, so sind sie im Wasser von ihren Feinde schwieriger auszumachen. Für die Küken an Land sind Raubmöven die größten Feinde. Darum suchen Pinguine  zum Brüten auch die Nähe des Menschen - das hält die Raubmöven fern von ihren Küken und erhöht deren Überlebenschancen.


Z

Die Tierwelt der Antarktis - was wir auf unserer Reise so alles gesehen haben

Die Tierwelt in der Antarktis ist schon sehr beeindruckend. Vor allem haben die Tiere keine Scheu vor den Menschen. Früher wurden hier vor allem Waale gejagt, aber auch Pinguine und Robben. Aber das ist in der Antarktis selbst ja zum Glück schon seit Jahren nicht mehr erlaubt. Nur auf See, da werden nach wie vor noch Waale gejagt - von japanischen "Forschungsschiffen".

Im antarktischen Winter gibt es hier keine Tiere an Land. Die kommen erst wieder im Sommer dort hin - dann gibt es dort in den antarktischen Gewässern ein riesiges Nahrungsangebot. Und die Pinguine aber auch andere Seevögel nutzen den kurzen Sommer um hier ihren Nachwuchs aufzuziehen.

Während der mehrtägigen Schiffsfahrt haben uns auch zwei mal Delfine ein Stück begleitet. Aber deutlich mehr sieht man natürlich diverse Seevögel, von denen immer einige während der gesamten Überfahrt um das Schiff kreisten. Besonders beeindruckend sind da die großen Albatrosse oder die Riesensturmvögel, wenn sie selbst die geringsten Aufwinde von den Wellen nutzen und so nahezu ohne Flügelschlag ganz knapp über der Wasseroberfläche vorbei fliegen.

Später dann, in Küstennähe haben wir dann auch viele Wale gesehen. Die kamen oft bis auf wenige Meter bis an das Schiff heran. Aber unsere Kapitän war auch ein große Walfan, sobald jemand eine Ausblasfontäne gesichtet hatte wurden sofort der Kurs in Richtung der Wale gewechselt. Am Besten lassen sich die Wale von dem Masten aus beobachten - aus der Höhe kann man sie im klaren Wasser wunderbar und in voller Größe sehen. Man muss sich nur auch trauen da hoch zusteigen.

In der Antarktis - drei Wale beim Ausblasen
In der Antarktis haben wir fast jeden Tag 2-3 Landgänge gemacht, je nach Gegend und Wetterbedingungen. Meist waren es vorgelagerte Inseln mit Pinguinkolonien. Die großen Brutkolonien kann man bereits vom Schiff aus riechen. Die häufigste Pinguinarten, die wir gesehen haben waren die Eselspinguine, Adeliepinguine und Zügelpinguine. Und einen einsamen Goldschopfpinguin haben wir dann doch noch inmitten einer Kolonie finden können.

Zügelpinguine mit zwei Jungtieren in der Antarktis
Eine Gruppe von ausgewachsenen Eselspinguine in der Antarktis
Nach dem Schwertwalen ist der Seeleopard die größte Bedrohung für die erwachsenen Pinguine. Der kann immerhin bis zu 3-3,5 Meter Körperlänge erreichen und hat ein mächtiges Raubtiergebiss. Seeleoparden sieht man wenn dann meist auf einer Eisscholle liegen oder wenn man ganz viel Glück hat auch mal bei der Jagd nach Pinguinen im Wasser. Meist trifft man aber nur auf die Reste von seinen Mahlzeiten, wenn sie dann an Land angespült werden.

Ein Portrait des Seeleoparden aus nur wenigen Meter Entfernung - 300mm f4.5
Auch einige Robbenarten sieht man ausschließlich auf schwimmenden Eisschollen. Aber andere, wie diese Weddellrobbe, trauen für ein entspanntes Schläfchen auch an Land. Dabei lassen sie sich auch von den Touristengruppen nicht stören, sofern man noch einen angemessenen Abstand hält.

Weddellrobbe beim Mittagsschlaf am Strand - die konnte mich wohl gut riechen
An Land trifft man meist auch auf einzelne Seebären und Gruppen von Seeelefanten. Von denen sind es aber nur die "kleineren" Weibchen die in diese Gegend der Antarktis kommen. Die großen ausgewachsenen Bullen sind eher Einzelgänger und sammeln sich nur zur Paarungszeit in großen Kolonien.

Eine Gruppe Seeelefanten in der Antarktis

Da nichts in der Antarktis gelassen aber auch nicht entfernt werden darf findet man natürlich auch viele Gebeine, wie diese Walknochen, die wohl zum Teil noch aus den alten Walfangzeiten stammen dürften. Irgend jemand hat sich hier einmal den Scherz erlaubt und aus den angesammelten Knochen diverser Walarten ein fiktives Skelett zusammengelegt. Dennoch, die Dimensionen sind schon beeindruckend - rechts ein Mitreiseneder im roten Segelanzug.

Mensch neben den Gebeinen diverser Wale

Fotoausrüstung für die Antarktis - meine Empfehlungen

Ein Phantasic-to-have für die Antarktis ist auf jeden Fall ein extremes Weitwinkelobjektiv oder alternativ und fast noch besser ein Fisheye. Ich hatte mir extra das 10-17er Fisheye von Pentax für diese Reise gekauft und nie bereut. Für diese extreme Landschaften reicht ein normales Weitwinkel meist nicht aus.

Und dann braucht man für die Tierfotografie natürlich auch noch ein Teleobjektiv. An der Pentax bin ich mit einem 300mm Teleobjektiv eigentlich ziemlich gut klargekommen. Etwas mehr wäre natürlich auch schön gewesen, aber man muss dabei auch den Transport bedenken. Alle Landgänge und auch einige Tagestouren werden mit den kleinen Beibooten gemacht. Da könnte es mit sehr großen Superteleobjektiven schon problematisch werden. Ein kompaktes 100-400er wäre optimal gewesen, was ich aber leider nicht habe.

Man kommt aber auch mit einem 300er nahe genug an die Tiere heran. Die haben in der Regel auch keine Angst vor Menschen und so kommt man meist doch recht nahe ran. Aber es gibt auch Regeln die es zu beachten gibt. Die Antarktis ist ein Naturschutzgebiet und so sollte man die vorgegebenen Mindestabstände auf jeden Fall beachten. Eine ganz andere Geschichte ist es, wenn die Tiere auf einem zukommen. Gerade bei den Jungtieren der Pinguine ist es uns meist passiert, dass wir zwar den Mindestabstand eingehalten haben, die Tiere dann aber auf eigene Faust direkt auf uns zu kamen. Die erwachsenen Pinguine sind aber schon ausgewichen.

Kamera- / Fototasche
Wichtig ist, dass man eine wasserdichte Fototasche hat. Vor allem bei den Landgängen muss man fast immer ins Wasser aussteigen, da es ja keinen Steg gibt. Und auch bei der Fahrt mit den kleinen Beibooten wird die Fototasche auf jeden Fall den ein oder anderen Wasserspritzer oder mehr abkriegen.

Stative / Stativkopf
Da ich nur ein kleines 300er dabei hatte bin ich mit einem Monopod sehr gut klargekommen. Für das Monopod hab ich auch noch einen kleinen Kugelkopf. Für mich war das völlig ausreichend. Es war auch ein Fotograf mit größeren Teleobjektiven und Dreibeinstativ an Bord. Damit vom Schiff ins Beiboot zu steigen ist nicht so einfach. Auch an Land ist es nicht überall so einfach eine stabile Fläche für ein Dreibein zu finden - oft steht man da in einer Mischung aus Schlamm, Pinguin-Kacke und weichem Schnee. Da will man eigentlich nicht unbedingt was abstellen.

Schutzfilter und anderes Zubehör
Auf den Rat von anderen Fotografen und PENTAX hin hatte ich mir extra noch ein paar Schutzfilter für die Objektive besorgt - gebraucht hab ich die aber nicht. Auch die zusätzlichen Akkus, die ich mir gekauft hatte - weil in der Kälte die Akkus nicht so lange halten - ja, also die hab ich dann auch nicht gebraucht. Es war nie kälter als 0 Grad, zumindest in der Gegend wo wir hingekommen sind. So richtig kalt, wie man sich das vorstellt, wird es erst ein ganzes Stück südlicher, da kommen aber nur Wissenschaftler hin.

Kleidung
Gerne hätte ich bessere Gummistiefel dabei gehabt. Meine waren deutlich zu dünn gefüttert und so hatte ich bei allen Landgängen ständig kalte Füße. Besser wären echte Wintergummistiefel gewesen - was womit man auch mehrere Stunden durch Schnee laufen kann ohne dass die Füße kalt werden. Super waren die Handschuhe - solche die man zum Fotografieren nicht ausziehen muss.

Im ewigen Eis der Antarktis - Landschaften

Schon der Segeltörn von der Südspitze von Südamerika bis in der Antarktis war ein raues aber unvergessliches Erlebnis. In der Antarktis selbst war die See dann aber meist sehr ruhig. Je nach Windstärke kann sich das dann aber auch mal schnell wieder ändern. Wir haben da auch einen Sturmausläufer miterlebt wo es für die kleineren, privaten Segelboote auch schon mal problematisch wurde. Aber meist hatten wir eine nahezu spiegelglatte Wasseroberfläche und gesegelt sind wir dann so nahe am Festland auch nicht mehr.

Die Landschaft der Antarktis ist einfach nur gigantisch - totale Stille, hohe Berge, der nackte Fels und ringsum riesige Gletscher, von denen auch hin und wieder mit mächtigem Getöse ein Stück abbricht. Hier hat sich die BARK EUROPA auch mal ganz nahe an einen Gletscher gewagt - nicht ganz ungefährlich, da hier auch jederzeit ein Stück der Gletscherzunge abbrechen und ins Meer stürzen kann.

BARK EUROPA wagt sich durch das Packeis bis an einen großen Gletscher

Vegetation findet man, wenn dann nur auf einigen wenigen Inseln, ganz im Norden. Und wenn, dann sind es auch nur flache Moose. Damit das auch so bleibt muss man vor jedem Landgang auch seine Stiefel desinfizieren - damit man auch nicht aus Versehen irgendwelche Pflanzensamen mit an Land bringt. Die Pinguine die man hier antrifft brüten ausschließlich auf eisfreiem Fels. Dort bauen sie Nester aus kleineren Steinen. Und ja, man kann eine solche Pinguinkolonie schon eher riechen, bevor man sie hört.

Pinguinkolonie in der Antarktis - unser Schiff, die BARK EUROPA zwischen den Eisbergen im Hintergrund
In der Antarktis selbst sind wir immer mit Motor gefahren. Nicht nur dass es meist recht windstill war, die Schiffsroute ist auch oft recht eng und man muss oft auch großen, sehr großen Eisbergen ausweichen. Dieser hier war auf jeden Fall deutlich größer als unser Großsegler. Der größere Teil des Eisberges ist ja unter Wasser. Gefährlich wird es auch für größere Schiffe, wenn der Eisberg sich dreht. Manchmal, so wie bei diesem hier, kann man die alten Wasserlinien noch sehr gut sehen. Mich hat das an einen großen Waal mit seinem großem Maul erinnert.

Sehr großer, schwimmender Eisberg in der Antarktis


Antarktis voraus! Ein Segeltörn mit der Rederij Bark EUROPA ins ewige Eis

Antarktis voraus! ist ein wunderbarer Dokufilm von Roland Gockel über einen Segeltörn mit dem einzigen Großsegler, der sich heute noch ins ewige Eis der Antarktis wagt. Vier mal im Jahr macht die Bark Europa diesen Törn.

Inzwischen sind touristische Reisen in die Antarktis immer beliebter. Aber zum Glück steht die Antarktis immer noch unter dem Schutz internationaler Verträge zum Schutz der unberührten Natur. Die Auflagen für kommerzielle Kreuzfahrten sind hoch. Und dennoch werden mehr und mehr Touren angeboten, die werden aber fast ausschließlich mit modernen Schiffen durchgeführt.

Mit einem Großsegler in die Antarktis zu fahren ist allerdings eine ganz andere Sache. Vor allem der Gedanke mit einem alten Segelschiff da hin zu reisen, wie es auch die ersten Entdecker genutzt haben - das ist ein unvergleichliches Naturerlebnis. Vor allem der rauhe Törn unter Segeln von der Südspitze Amerikas durch die Drake Passage bis in die Antarktis wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Das war ein fantastisches, unvergessliches Erlebnis. Link zur Reederei: Sail with us | Rederij Bark EUROPA

THE DRAKE - berühmt berüchtigte Meerstrasse zwischen Kap Horn und Antarktis

Mit der BARK EUROPA unter Segeln
Die BARK EUROPA in der Antarktis

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